Feinste Messerkunst

Bereits in der Steinzeit nutzte der Mensch die Vorteile von Waffen und Werkzeugen, und somit auch von Messern. Anfangs stellte er sie aus Holz- und Geweihknochen her, später vor allem aus den Bruchstücken des sehr harten Feuersteins. Die teilweise sehr scharfen Kanten erleichterten das Zerteilen von Wild und das Abschaben der Felle. Schnell entstand Faustkeil, bei dem die Klinge direkt in den Handgriff überging. Die Menschen der Steinzeit entwickelten auch Lanzen, bei denen die Spitze aus Flint an einen Holzschaft befestigt wurde.
Der sehr harte, aber nur eingeschränkt zu bearbeitende Feuerstein wurde in der Bronzezeit, also ab ca. 3.000 v. Christi, durch Kupfer ersetzt. Kupfer war aber nicht sehr robust und für Messerklingen zu weich. So begann man später Messer aus Bronze (Legierung aus Kupfer und Zinn) mit einer höheren Festigkeit aus einem Stück herzustellen.
Allmählich entwickelten sich das Know-how in der Metallverarbeitung. Die Messerkunst eroberte von Ägypten und Mesopotamien über Griechenland kommend, ab ca. 1.500 v. Chr., auch Mittel- und Nordeuropa.
Als die Eisenzeit, ab ca. 800 v. Chr., den Gebrauchsnutzen der anderen Metalle verdrängte, entwickelten sich die frühen Schmieden zu ersten Produktionsstätten. Das Messer wurde zu einem Alltagsartikel, bezahlbar und unentbehrlich für jedermann.
In der Antike hatte das typische Messer einen kurzen, normalerweise aus Holz oder Knochen gefertigten Griff, der genietet oder durch eine Angel mit der Klinge verbunden war. Zu der Zeit entstanden auch die ersten chirurgischen Messern.
Im Mittelalter wurden einfache Gebrauchsmesser als persönliche Ausrüstung ständig mitgeführt. Im 15. Jahrhundert wurde das Messer als persönliches Essbesteck zusammen mit einem Löffel in einem Lederetui am Gürtel getragen. Dieses Etui wurde „Besteck“ genannt; diese Bezeichnung ging später auf den gesamten Satz der Esswerkzeuge über.
Messer am Tisch waren im Mittelalter noch unüblich. Beim mittelalterlichen Festessen am Hof wurden die Speisen vor den Gästen von einem Tranchiermeister in mundgerechte Häppchen zerlegt, was den Gebrauch eines eigenen Messers überflüssig machte.  Am bürgerlichen Tisch war es üblich mit dem mitgebrachten Messer die Speisen zu zerkleinern und sogar damit zum Mund zu führen. Es dominierte lediglich der Löffel als Essgeschirr.
Erst ab dem 16./17. Jahrhundert setzte sich allmählich das Tafelmesser durch und die Gäste brauchten nicht mehr ihr eigenes Messer mitbringen.
Die beginnende Industrialisierung wirkte sich auch auf die Messerfertigung aus. Messer wurden durch neue industrielle Techniken zu einem günstigen Massenprodukt.
Durch einen erhöhten Gehalt von Chrom gelang es Anfang des 20. Jahrhundert einen rostfreien Stahl zu entwickeln der die Messerklingen gegen Umwelteinflüsse unempfindlicher machte.